Senf
zieht sich wie ein "roter Faden" durch die Geschichte der Menschheit
bis in die heutige Zeit. Er gilt seit mehreren Jahrhunderten als eines der am
weitesten verbreiteten, angebauten und verwendeten Gewürze in der Welt. Woher kommt Senf eigentlich und wie hat er sich kulturell verbreitet?
Die Geschichte des Senfes
(herzlichen Dank an Daniel Fink, auf dessen Arbeit "Senf, Hotelfachschule Heidelberg Betriebswirtarbeit
2004/05" dieser Text beruht)
Senf
zieht sich wie ein "roter Faden" durch die Geschichte der Menschheit
bis in die heutige Zeit. Senf gilt seit mehreren Jahrhunderten als eines der am
weitesten verbreiteten, angebauten und verwendeten Gewürze in der Welt. Dabei
wurde es bereits in der Bibel erwähnt und man geht davon aus, dass ihn die
Chinesen bereits vor 3000 Jahren kultivierten. Man glaubt, dass Senf aus dem
alten Ägypten stammt und durch die Römer nach Europa exportiert wurde, von
denen es als Lebensmittel und Medizin verwendet wurde um Hysterie,
Schlangenbisse und Beulenpest zu behandeln. In dieser frühgeschichtlichen Zeit
galt ungegorener Traubensaft als ein beliebtes Getränk, welches oft mit
Senfkörnern gewürzt wurde. Der ungegorene Traubensaft wurde MOST genannt. Man
glaubt, dass dadurch der englische Name für Senf, "Mustard",
hergeleitet wurde.
Das
alte China
Das erste
Mal in der Geschichte wird Senf im alten China erwähnt. Die Chinesen liebten hierbei
die Schärfe des Senfes schon seit ca. 3000 Jahren. Auch die Pharaonen nutzten ihn
bereits als Speisewürze und auch als Heilmittel.
Die
Antike
Die Römer
brachten die kleinen Samenkörner später von ihren Feldzügen aus Asien mit und
verbreiteten sie im gesamten Reich. Zu dieser Zeit galt Senf nicht nur als
Speisewürze, sondern vor allem als Heilmittel. Der griechische Arzt Pedanios
Dioskurides beschrieb bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert in seiner
"Materia Medica" die heilende Wirkung von Senf. Die Römer entdeckten
etwa zur gleichen Zeit die starke Würzkraft von Senf und übernahmen von den
Griechen später das Wissen um seine Heilkraft. Das erste überlieferte
Senfrezept verdanken wir Palladius aus dem 4. nachchristlichen Jahrhundert. Er
vermischte zerstoßene Senfkörner mit Honig, Olivenöl und Essig.
Das
Mittelalter
Mit den
Römern kam der Senf über die Alpen nach Mitteleuropa. Seinem Siegeszug bei den
gekrönten Häuptern Europas stand damit nichts mehr im Wege.
Im Jahre
795 ordnete Karl der Große den Senfanbau in Deutschland sogar offiziell an. Und
Ludwig der XI. von Frankreich ging angeblich nie ohne ein Senftöpfchen aus dem Haus
– für den Fall, dass er bei senfabstinenten Barbaren übernachten musste.
Im 14. Jahrhundert
erließen die Herzöge von Burgund strenge Qualitätsrichtlinien für Senf und
legten so den Grundstein für den Aufstieg Dijons zur französischen
Senfmetropole.
Die
Neuzeit
Sonnenkönig
Ludwig XIV. von Frankreich war vom Senf so begeistert, dass er ihm ein eigenes
Wappen gab. Reichskanzler Otto von Bismarck gestand sogar, dass er nichts
lieber äße als Frankfurter Würstchen mit Senf.
Was den
Fürsten und gekrönten Häuptern mundete, schmeckte auch den Bürgern. Und so
wurde 1726 in Düsseldorf die erste deutsche Senffabrik gegründet. Ihre
Spezialität war ein scharfer dunkler Senf, der unter dem Namen ABB schnell über
Deutschlands Grenzen hinaus bekannt wurde und Düsseldorfs Ruhm als
Senfmetropole begründete. Oft gilt Frankreich als Zentrum des gewürzten Senfes. Doch auch Deutschland hat eine lange Tradition der Senfmanufakturen, die die würzige Paste in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen anbieten. Bekannt sind z.B. die Historische Senfmühlen Monschau, Zimmermann´s Senf im Brandenburgischen Niederfinow, die Historische Senfmühle Cochem oder der SenfSalon in Berlin.
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